GOLD DER AKAN

Neue Ausstellung im Knauf-Museum

vom 17.3. bis 10.11.2024

 

Krone eines Regenten mit Spinnenmotiven

 

Das Knauf-Museum Iphofen präsentiert ab Sonntag, den 17. März 2024 die Sonderausstellung „Das Gold der Akan“ - Höfischer Goldschmuck aus Westafrika.

 

Die westafrikanische Kultur der Akan, beheimatet in den Republiken Ghana und Elfenbeinküste, verarbeitet in langer Tradition und höchster Kunstfertigkeit Gold für Schmuck- und Kultobjekte.

 

Die über 300 Exponate der Ausstellung stammen zum Großteil aus dem 19. und 20. Jahrhundert, einzelne Stücke sind weitaus älter. Sie umfassen alle relevanten Objekttypen des Akan-Goldes von imposanten Rangabzeichen, filigranen Schmuckstücken bis zu eleganten Holzschnitzereien. Alle Exponate stammen aus der umfangreichen Sammlung Liaunig in Kärnten, die weltweit neben dem British Museum in London, dem Museum of Fine Arts in Houston und dem Gold of Africa Museum in Kapstadt zu den bedeutendsten Sammlungen zu diesem Thema zählt und nun erstmals außerhalb Österreichs zu sehen ist. 
 

Schmuckscheibe mit Frosch

 

Kulturelle Vielfalt in vollendeter Kunstfertigkeit
Die gezeigten Werke repräsentieren das überaus breite Spektrum der handwerklichen Kunstfertigkeit in den königlichen Stämmen der Asante, Baule, Fante, Bono und weiterer Untergruppen der Volksgruppe der Akan, die in 120 offiziell anerkannten traditionellen Akan-Staaten organisiert sind.

 

Verbunden sind sie über die gemeinsame Sprache Twi, zentrale Glaubensinhalte, eine überwiegend matrilineare Gesellschaftsstruktur und insbesondere über die Kunst der Goldverarbeitung in einer einzigartigen ästhetischen Qualität an Machart wie im Design. Ihre Gesellschaftsstrukturen und kulturellen Ausdrucksformen sind fein differenziert.

 

Schwertemblem eines menschlichen Kopfes

 

Der daraus entstehende reiche Motivschatz des Akan-Goldes kombiniert sich mit der Bedeutung, welche die Akan der Sprache und ihrer Metaphorik zuweisen, etwa in pointierten Verbildlichungen ihrer Sprichworte zu jeder Gelegenheit. Diese Entscheidung an einer elementaren Figürlichkeit festzuhalten, zieht sich durch die Vielfalt der goldenen Exponate ebenso wie geometrische Formen als Gestaltungselemente. Darin eröffnen die überwiegend höfischen Schmuckstücke nicht zuletzt einen Zugang zur Kulturgeschichte der Akan-Staaten. Ihre traditionelle Goldschmiedekunst erinnert an modernes Design und schlägt den kunsttheoretischen Bogen bis in die Gegenwart.
 

Collier mit „Schild”- Perlen

 

Die Bedeutung des Goldes für die Akan
Gold spielt in verschiedener Weise eine entscheidende Rolle in der Kultur der Akan und ist omnipräsent. Es prägt die äußere Erscheinung der einzelnen Mitglieder. Aus Gold gegossene oder goldplatinierte Objekte und Ornamente dienen als Ranginsignien und kennzeichnen den gesellschaftlichen Status.

 

Schwertemblem in Form eines Löwen

 

Die Häuptlingswürde etwa ist am üppigen Ornat abzulesen ­– goldverzierte Kronen, Amulette, massive Armreife oder vergoldete Sandalen, die der Regent bei der Inauguration anlegt, definieren den Rang eines „Paramount Chief“ ebenso wie sein kunstvoll verzierter Staatsstuhl, der auch nach seinem Tod zu seinem Andenken aufbewahrt wird.

 

Gold ist zudem zentraler Bestandteil politischer Ereignisse und Kriegsgerät von Schwertern über Speere, Schilde und Feuerwaffen ist mit goldenen Motiven überzogen. Kultische Handlungen wie alltägliche werden davon begleitet, wie u.a. die goldenen Figuren auf den Sprecherstäben bezeugen.
 

Krone eines Regenten

 

Die Sammlung Liaunig
Der österreichische Kunstsammler Herbert Liaunig (1945–2023) stieß erstmals in Zürich auf die westafrikanische Kunst aus Ghana und der Elfenbeinküste. In der Galerie von René David (1928–2015) und seiner Frau erwarb er über Jahre hinweg einzelne Objekte, bis ihm der Sohn der beiden Galeristen und inzwischen Geschäftsführer, Jean David, schließlich die gesamte Goldsammlung seiner Eltern anbot: Sie umfasst 400 Objekte, die sein Vater seit 1957 erworben hat.

 

René David lebte bereits damals überwiegend in Ghana und baute über vier Jahrzehnte auf monatelangen Reisen durch Mali, Kamerun, Kongo und die Elfenbeinküste seine exklusive Sammlung auf. Durch seine kontinuierliche Präsenz wurde er als einer der wenigen Weißen in die innersten Kreise der ghanaischen Gesellschaft aufgenommen und pflegt bis zu seinem Tod Kontakt zum Königshaus. Einen Teil seiner Objekte gab René David 2002 als Schenkung an den Staat Ghana und erhielt dafür große Anerkennung.

 

Publikationen zur Ausstellung:

Herausgegeben vom Museum Liaunig ist der Begleitband „Gold der Akan“ zum Preis von 30 € an der Museumskasse des Knauf-Museums Iphofen und im Buchhandel zu erwerben (ISBN 978-3-9502610-1-1).

Für Neugierige ab 8 Jahren gibt es das Begleitheftchen „Gipsi auf der Suche nach dem Gold der Akan“ für 2 € im Museumsshop.

 

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag 10 - 17 Uhr, Sonntag 11 - 17 Uhr

Erwachsene: 5 €, Kinder: 3 €

Schulklassen pro Schüler: 2 €

Im Eintrittspreis ist eine Audioführung enthalten.

 

Knauf-Museum Iphofen, Knauf Gips KG

Am Marktplatz, D-97343 Iphofen

Tel. 0 93 23 / 31-528 od. 31-0

Mail: knauf-museum@knauf.de

 

Aktuelle Informationen: www.knauf-museum.de

 

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Einstellung am 21.2.2024